Allg. Publikationen

EK

*** KT-HERO ***
grond schrieb:
Früher war eben alles besser. Deshalb stammen ja die besten Anmeldungen auch von den Kollegen, die die Großvaterregelung für sich in Anspruch nehmen durften...
In der Tat sind solche Anmeldungen, zumindest was die Verwendung der deutschen Sprache betrifft, oftmals sehr lesenswert!
 

eqe-berlin

SILBER - Mitglied
Han Solo schrieb:
mein zugegebenermaßen nicht perfektes "Computerdeutsch" bitte ich meinem Alter zuzuschreiben, denn der Gebrauch einer Rechnertastatur mittels des Ein-Finger-Suchsystems unterscheidet sich für mich deutlich vom Gebrauch eines Bleistifts, wie er in meiner Generation üblich war.
Die Fähigkeit, Neues zu erlernen, ist sicherlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Patentanwaltes.
 

Pat-Ente

*** KT-HERO ***
eqe-berlin schrieb:
Han Solo schrieb:
mein zugegebenermaßen nicht perfektes "Computerdeutsch" bitte ich meinem Alter zuzuschreiben, denn der Gebrauch einer Rechnertastatur mittels des Ein-Finger-Suchsystems unterscheidet sich für mich deutlich vom Gebrauch eines Bleistifts, wie er in meiner Generation üblich war.
Die Fähigkeit, Neues zu erlernen, ist sicherlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Patentanwaltes.
LOL, gut gepunktet!
Aber andererseits sage ich auch als Junganwalt: Wenn man sich an die Annehmlichkeiten des Diktierens einmal gewöhnt hat, besteht eigentlich keine Notwendigkeit mehr, das 10-Finger-System zu lernen - für kurze Texte reicht das "System Adler" völlig aus ...
 

Han Solo

SILBER - Mitglied
eqe-berlin schrieb:
Die Fähigkeit, Neues zu erlernen, ist sicherlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Patentanwaltes.
Völlig falsch; ich bin Chemiker, daher ein kleiner Exkurs:

das Reichsgericht hat im 19. Jhdt in Methylenblau und Kongorot alles wesentliche zum Stoffschutz gesagt. Der BGH wurde 1968 durch das StrÜ gezwungen in Fluoran absoluten Stoffschutz verquast zu formulieren.

Heuer kommt die Oberkrachlatte Kühnen (Entschuldigung, Entschuldigung, aber intellektuelles Mittelmaß muß einmal richtig etikettiert werden) vom OLG Düsseldorf in unsäglicher Verbindung und Verblendung mit Herrn Meier-Beck daher und generiert "Olanzapin". (Tip: VPP Rundbrief 4/2009, S.131 ff)

Intellektell spielt Herr Kühnen (trotz seiner unglaublichen durch Nichtwissen geadelten Arroganz, habe ihn auch schon in personam öfters erlebt) damit in einer Liga (Bezirksliga) mit den politischen Krachlatten, die den Bologna Prozess verherrlichen und europaweit das Niveau von Fachhochschulen anstatt von Universitäten etablieren .

Um zum Punkt zu kommen:

Wenn Neues "lernen" Beleidigung der Logik und intellektuelles Mittelmaß heißt, dann bin und bleibe ich gerne altmodisch und muß mich diesem "Neuem" nicht anpassen und jeder Sau die durchs Dorf getrieben wird mit Begeisterung applaudieren. Mandanten muß man dahin beraten, dass Sie die Konsequenzen aus dem Gewurstel bereit sind zu tragen.

Gruß vom Millenium Falken
 

Khisanth

SILBER - Mitglied
Lieber Unwissender,

um es so zu sagen, wie es ist: die Konkurrenz ist hart, es gibt
keinen Teilzeit-Kurs (schon gleich gar nicht den in Hagen), dessen Besuch Deine Chancen auf eine Kandidatenstelle innerhalb kurzer Zeit nennenswert steigert, und auch bei guter Qualifikation nach den genannten Kriterien hast Du keine Garantie auf eine Stelle.

Wenn Du etwas tun möchtest, dann denk über die oben gegebenen Ratschläge nach - ob Du meine Tipps mit Englisch und Ausland beherzigst oder Dich nach den Bemerkungen von Han Solo dazu entschliesst, neben der Promotion Deine Kenntnisse des Lateinischen zu vertiefen und im Anschreiben zu Deiner Bewerbung darauf zu verweisen, ist letztendlich Deine Entscheidung und Dein Risiko. Mehr können wir Dir leider nicht helfen.

Lieber Han Solo, wir freuen uns sicherlich alle nicht über Olanzapin und die Vorgeschichte dazu, aber ich glaube nicht, dass dem Kollegen diese Stories hier helfen.

Auch allerseits schöne Weihnachten!
 

PK_Schach.Matt

*** KT-HERO ***
studi schrieb:
Der Beitrag beweist, dass soft-skills beim Kandidaten nicht gebraucht werden.
Um das ganze mal in's rechte Licht zu rücken, man macht eine Ausbildung nicht um das Gelernte nochmal zu lernen. Jede rechtliche Vorbildung vor der Kandidatenzeit ist Verschwendung.

Es gibt eine Menge Kanzleien, die Kandidaten nur zum arbeiten einstellen. Früher war das teilweise so schlimm, dass diese Kandidaten bis zum Amtsjahr teilweise keine anderen Sachen außer Übersetzungen gemacht haben. Ob das an den Kandidaten lag oder der Kanzlei, weis ich nicht.

In jeder halbwegs seriösen Kanzlei, in der ein Kandidat eine richtige Ausbildung machen soll, wird bei der Einstellung und in der Probezeit darauf geachtet, dass der Junge oder das Mädchen die Technik dahinter verstehen kann. Rechtliche Grundlagen sollten absolut irrelevant sein. Mir persönlich wäre ein Bewerber, der im Vorfeld schon ein Rechtsstudium gemacht hat sogar ein wenig suspekt.

Ich denke, entscheidend wird das Vorstellungsgespräch sein. In der Regel wird dem Bewerber eine leichtere Patentschrift vorgelegt und geschaut, ob er damit technisch etwas anzufangen weis.

Bei den Kollegen, die ich kenne, werden Publikationen eher etwas argwöhnisch betrachtet. Als Patentanwalt und auch als Kandidat ist es wichtig sich innerhalb kürzester Zeit in einen neuen techischen Gegenstand einzuarbeiten und ihn in Form einer Patentanmeldung, einer Stellungnahme an den Mandanten oder eines bearbeiteten Prüfungsbescheides zu Papier zu bringen. Die Zeit, die man zur Anfertigung einer Publikation hat, hat man hier in der Regel nicht. Es kann zwar später als Anwalt für den Mandanten gut aussehen, wenn man zig Sachen veröffentlicht hat, das steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Als praktischen Tip für die Stellenfindung kann ich nur empfehlen, nicht den Vertrag mit dem höchsten Monatsgehalt sondern von einer Kanzlei mit der offensichtlich angenehmsten Atmosphäre zu unterschreiben. Sollte beispielsweise ein Patentanwalt anbieten, dass man ihn zu was auch immer Sonntags erreichen kann, sollten ein paar Alarmglocken läuten. Das könnte während der Ausbildung auch vom Kandidaten erwartet werden.
 

Unwissender

Vielschreiber
Danke an alle für eure/Ihre Hilfe. Es konnte doch wieder ein bißchen mehr Licht ins Dunkel gebracht werden (wie passend zu Weihnachten ;)

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen gesunden, erfolgreichen Start in 2010.

Liebe Grüße
Unwissender
 

Patentier

Vielschreiber
Han Solo schrieb:
eqe-berlin schrieb:
Die Fähigkeit, Neues zu erlernen, ist sicherlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Patentanwaltes.
Völlig falsch; ich bin Chemiker, daher ein kleiner Exkurs:

[...]

Gruß vom Millenium Falken
Ein wenig irritiert, aber doch ungemein amüsiert verfolge ich diese Diskussion und insbesondere den Teil derselben, der sich von der ursprünglichen Frage des Unwissenden entfernt. Zunächst hatte ich mir vorgenommen, mich auf die Rolle des Betrachters zu beschränken. Aber Han Solo formuliert so spitz, dass es in den Fingern juckt. Und ich vermute, dass er den Widerspruch bewusst provoziert.

1) Wer die obige Aussage von eqe-berlin als "Völlig falsch" hinstellt, disqualifiziert sich m. E. als Patentanwalt. Wer Neues nicht lernt, kann den Inhalt zumindest der schutzfähigen Ideen seiner Mandanten nicht verstehen, vgl. §§ 3,4 PatG. Trotz der altsprachlichen Bildung, der zweifelsohne sehr nützlichen Fähigkeit, sich in der Muttersprache strukturiert auszudrücken, und der sprachlicher Gewandtheit dürfte es Han Solo also schwer fallen, den nicht verstandenen Inhalt der Erfindung mit Hilfe der deutschen Sprache präzise zu beschreiben.

2) Wer Neues lernt und ihm aufgeschlossen gegenüber steht, wer also beispielsweise auf seine alten Tage den Bleistift gegen die Computertastatur tauscht, der sollte die Zeit und Sorgfalt aufwenden, sich mit den Regeln des von ihm genutzten Mediums vertraut zu machen, und also auf die Benennung konkreter Personen verzichten oder sich zumindest identifizieren. Alles andere ist sehr schlechter Stil - und zwar auch dann, wenn die Wortwahl des Beitrags und die diskreditierenden, persönlichen Angriffe des Autors diesen selbst ebenso wie seine Motive zweifelhaft erschienen lassen.
 
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