Eröffnung eines ausländischen Kanzleisitzes – Aufwand und Herausforderungen

riktherock

Schreiber
Hallo!

Ich hätte eine eher grundsätzliche Frage und bräuchte dazu ein paar allgemeine Hinweise:

Wie kompliziert ist es, einen ausländischen Sitz (z. B. in Italien oder Spanien) für eine Patentanwaltskanzlei zu eröffnen, die derzeit nur in Deutschland ansässig ist?

Selbstverständlich erwarte ich keine länderspezifischen Informationen, aber mich wundert, dass einige Kanzleien gefühlt in jedem europäischen Staat (und darüber hinaus) einen Sitz haben, während andere nur in Deutschland vertreten sind. Liegt das am zeitlichen und finanziellen Aufwand oder eher an der Einstellung der Partnerschaft?

Hat da jemand Erfahrungen gemacht und kann vielleicht die größten Probleme und Herausforderungen kurz schildern?

Vielen Dank!

Riktherock
 

Lysios

*** KT-HERO ***
Wie kompliziert ist es, einen ausländischen Sitz (z. B. in Italien oder Spanien) für eine Patentanwaltskanzlei zu eröffnen, die derzeit nur in Deutschland ansässig ist?
Vielleicht wäre es erst einmal hilfreich, zwischen Sitz und Niederlassung begrifflich zu unterscheiden? Einen Sitz einer juristischen Person gibt es i.d.R. nur einen, es sei denn, Du gründest ein ausländisches Tochterunternehmen, was dann zu Problematiken wie Notwendigkeiten von Know-How-, Namens- und Markenlizenzen und ggf. internationale Services zwischen den verschiedenen Landesgesellschaften mit den entsprechenden Steuerproblematiken nach sich bringt.

Niederlassungen sind natürlich in EU/EWR eher unproblematisch, sind dann aber auch grundsätzlich nach lokalem Recht steuerpflichtig. Ansonsten können auch da schon Hindernisse lauern.

In jeden Fall benötigt man Personal, dass im jeweiligen Staat berechtigt ist, entsprechende Rechtsdiensleistungen im nationalen, internationalen, oder ausländischen Recht zu erbringen (beraten, vertreten etc.). Solches Personal muss man erst einmal finden und bezahlen können.

Dann kann man sich z.B. mit Themen wie z.B. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen verschiedenen Staaten befassen. Oder noch so interessante Themen wie lokales Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht und ggf. die Problematik, dass Personen in verschiedenen Staaten (gleichzeitig/zeitweise) tätig und/oder wohnhaft sind.
 
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