IT-Sicherheit/Informationstechnik, Patentanwalt? Erfahrungen zur Anerkennung und zum Einstieg

Petron4

Schreiber
Titel: IT-Sicherheit/Informationstechnik, Patentanwalt? Erfahrungen zur Anerkennung und zum Einstieg

Hallo zusammen,

ich bin 19 und studiere IT-Sicherheit/Informationstechnik (B.Sc.) an der Ruhr-Universität Bochum, danach ist ein Master geplant. Der Beruf des Patentanwalts reizt mich, weil er Technik, präzise Sprache und Recht verbindet. Ich habe bereits beim DPMA und bei der Patentanwaltskammer nachgefragt, beide konnten mir vorab aber keine Auskunft geben. Deshalb würde ich mich sehr über eure praktischen Erfahrungen freuen, gern auch nur zu einzelnen Punkten.

1. Anerkennung des Studiums
Soweit ich weiß, prüft das DPMA anhand des Transcript of Records, ob die einzelnen Module überwiegend naturwissenschaftlich-technisch sind. Wie genau diese Einordnung abläuft, ist mir aber unklar. Mein Studium besteht zu einem großen Teil aus Mathematik- und Informatikmodulen (z. B. Algorithmen, Logik, Kryptographie), dazu kommen Module wie Digitaltechnik und Computernetze. Wisst ihr, ob Mathe- und Informatikmodule als technisch gewertet werden, oder zählen dabei vor allem klassische Ingenieur- und Physikfächer? Hat jemand mit einem ähnlichen Studiengang (Informatik, IT-Sicherheit) Erfahrung mit der Anerkennung, und kann man die Chancen durch Wahlfächer oder die Abschlussarbeit verbessern?

2. Praktisches technisches Jahr
Welche Tätigkeiten wurden bei euch anerkannt, z. B. als Security Engineer? Und wisst ihr, ob Werkstudententätigkeiten oder Tätigkeiten während des Masters angerechnet werden können?

3. Einstieg schon im Studium
Ist ein Werkstudentenjob oder Praktikum in einer Patentkanzlei für Studenten realistisch? Kennt ihr Kanzleien in NRW mit Software- bzw. IT-Mandaten, die so etwas anbieten?

4. IT-Mandate und Perspektive
Wie ist die Nachfrage nach Informatikern bzw. IT-Sicherheitsleuten in der Branche, und wie sehen die Gehälter nach der Zulassung und nach einigen Jahren aus?

5. Rückblick
Würdet ihr den Weg wieder gehen, und was würdet ihr jemandem in meiner Situation raten?

Vielen Dank schon mal für eure Erfahrungen!

Viele Grüße
 

macgyver01

SILBER - Mitglied
eine kurze Antwort von mir:

1. Mathemodule (Algorithmen, Logik) kannst Du vergessen. Informatikmodule können evtl. als technisch anerkannt werden. Digitaltechnik und Computernetze sind eher technisch.
Es gibt Patentanwälte, die Informatik studiert haben, aber wohl keine die IT-Sicherheit studiert haben.
Übrigens ein Bachelor reicht nicht für die Zulassung zur Ausbildung, da braucht es einen Master.

2. Tätigkeiten als Security Engineer werden m.E. nicht anerkannt. Reine Softwaredinge/Programmierdinge werden im Regelfall nicht anerkannt; es braucht dazu technische oder naturwissenschaftliche Aspekte. Alles praktisch-technische außerhalb des Studiums kann anerkannt werden, je manueller desto besser.

3. Ja, man kann als Werkstudent oder Praktikant in Kanzleien arbeiten; ist aber nicht allzu verbreitet.
Ich kenne keine Kanzlei in NRW hierfür

4. Informatiker sind durchaus gefragt in bestimmten Teilen. IT-Sicherheitsleute nicht.

5. Ja, würde ich gehen.
Ich würde Dir raten, etwas technisches/naturwissenschaftliches zu studieren. Nur mit IT-Sicherheit wirst Du kein (erfolgreicher) Patentanwalt.
 
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