Erfolglose Suche nach Kandidatenstelle

monophob

Schreiber
Hallo zusammen,

ich bewerbe mich aktuell bundesweit auf Stellen als Patentanwaltskandidatin und erlebe eine massive Absagen-Welle. Mich würde eure Einschätzung interessieren, was die Gründe dafür sein könnten und ob das mit meinem Profil normal ist.

Eckpunkte zu mir:
  • Master im Bereich Maschinenbau an einer TU
  • Abschlussnote: 1,5
  • Auslandssemester und Industrie-Praktika/Werkstudententätigkeiten bei DAX-Konzernen
Bewerbungen erfolgen auf ausgeschriebene Kandidatenstellen. Dennoch erhalte ich fast ausschließlich sehr kurze, kühle Standard-Absagen („wir haben uns dazu entschlossen, Ihnen keine Stelle anzubieten“). Lediglich eine Kanzlei hat mir mitgeteilt, dass mein Profil eindrucksvoll sei, sie aber derzeit keine Stelle anbieten könnten.

Daher meine Frage an euch:
Was sind eurer Erfahrung nach die „Red Flags“ oder Gründe, die gegen eine Einladung sprechen? Liegt es an der fachlichen Ausrichtung? Noten? Alter?
Ich bin für jedes ehrliche Feedback dankbar, da die Kanzleien selbst leider keinerlei inhaltliche Rückmeldung geben.
 

Kandidat1985

Vielschreiber
Hallo monophob,

Ich würde diese Absagen nicht persönlich nehmen und nicht an dir selbst zweifeln. Das Alter kann es nicht sein, ich wurde selbst in einem fortgeschrittenen Alter als Kandidat eingestellt. Kann es das Geschlecht sein? Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen, aus dem Zeitalter sind wir heraus.
Dein Profil sieht aus meiner Sicht sehr gut aus. Vielleicht musst du den Lebenslauf und das Anschreiben anpassen bzw. auf die angeschriebene Stelle individualisieren. Warum passt du genau zu der Kanzlei? Warum soll man genau dich einstellen? Was sind deine Vorzüge gegenüber der Konkurrenz? Beispiele aus Praktika oder Werkstudententätigkeit mitteilen. Wie gehst du damit um, wenn du auf Schwierigkeiten stösst? Warum möchtest du Patentanwältin werden? Wie bist du auf diesen Beruf gestossen? Besser argumentieren. Bewerbungen nach dem Giesskannenprinzip, wo du nur den Kanzleinamen änderst, sind nicht sinnvoll.
Weitere Tipps: Bewerbe dich zusätzlich zu den ausgeschriebenen Stellen auch initiativ (cold applications) bei Kanzleien die nichts ausgeschrieben haben. Vielleicht ist bei den ausgeschriebenen Stellen die Konkurrenz einfach zu gross.
Schreibe auch initiativ kleinere Kanzleien in kleineren Orten an, vielleicht hast du da mehr Erfolg. Erweitere vielleicht deinen Bewerbungsradius auf Schweiz, Oesterreich, Liechtenstein, Niederlande.

Viel Glück, du schaffst das! Nicht aufgeben!
 

DMX

SILBER - Mitglied
Hast du dein Jahr praktisch-technische Tätigkeit schon zusammen? Davon schreibst du bei den Eckpunkten nichts, und ich kann mir schon vorstellen, dass Kanzleien keine Kandidaten ernsthaft in Erwägung ziehen, die erst in bis zu 12 Monaten einsteigen könnten. Wenn du das hast, kannst du mit deinem Profil gerne zuerst bei den Großkanzleien probieren (wenn du denn hinwillst) - jede Großkanzlei, die mir spontan einfällt, hat aktuell ohnehin Kandidatenstellen ausgeschrieben:

https://www.hoffmanneitle.com/de/karriere/alle-stellenangebote
https://www.maiwald.eu/de/karriere/
https://career.boehmert.de/
https://mhpatent.de/karriere/#job-offers
https://www.eisenfuhr.com/de/karriere
https://www.meissnerbolte.com/de/karriere/
https://thum-ip.de/karriere/
https://grunecker.de/jobs/

Ausnahme: Vossius, aber ich würde auch da einfach initiativ versuchen
https://www.vossius.eu/de/karriere/stellenangebote

Ansonsten kann ich mich meinem Vorredner anschließen - nicht aufgeben, und auch Initiativbewerbungen raushauen. Vielleicht noch einen Tipp - wenn du dich "bundesweit" bewirbst, gehört definitiv eine gute Begründung ins Anschreiben, wieso du unbedingt zu dieser Kanzlei nach München/Düsseldorf/Mannheim/Hintertupfing ziehen willst.
 
Oben